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Nur noch kurze Zeit: Für 2022 die Forschungsprämie beantragen

Die Forschungsprämie für 2022 könnt ihr nur noch bis zum 31.12.2026 beantragen, danach ist das Geld endgültig weg. 14 % eurer Forschungsaufwendungen, ohne Obergrenze. Außerdem: unser Forschungsprämien-Manager ist live.

Nur noch kurze Zeit: Für 2022 die Forschungsprämie beantragen
Newsletter05. August 20267 Min. Lesezeit

Das erwartet euch in dieser Ausgabe

  • Deep Dive - Forschungsprämie 2022 läuft am 31.12. ab
  • StartMatch News - Der Forschungsprämien-Manager ist live
  • FörderRadar - Neue und auslaufende Förderungen

🤿 Deep Dive: Forschungsprämie 2022 läuft am 31.12. ab

Im Deep Dive stellen wir euch regelmäßig ein Finanzierungs- oder Förderthema im Detail vor. Heute: Die Forschungsprämie für das Jahr 2022, und warum der 31.12.2026 wirklich die letzte Gelegenheit ist.

Vorweg, weil es oft falsch verstanden wird: Die Forschungsprämie ist kein Startup-Thema. Sie steht jedem Unternehmen in Österreich offen, das forscht und entwickelt, vom Einzelunternehmer bis zum Industriekonzern. Allein im Jahr 2022 wurden Gutachten für rund 9.100 Projekte mit €1,18 Milliarden Prämienvolumen beantragt. Das ist der mit Abstand größte Fördertopf des Landes.

Vier Jahre, dann ist das Geld weg

Seit dem Abgabenänderungsgesetz 2022 ist die Antragsfrist für die Forschungsprämie klar geregelt. Sie beginnt mit dem Ablauf des Wirtschaftsjahres, auf das sich die Prämie bezieht, und endet vier Jahre später.

Für das Kalenderjahr 2022 heißt das: Einreichschluss ist der 31.12.2026. Danach ist der Antrag nicht mehr möglich. Es gibt keine Nachfrist, keinen Härtefall, keine Wiederaufnahme.

Davor hing die Frist an der Rechtskraft des Körperschaftsteuerbescheids, was in der Praxis niemand sauber im Kopf hatte. Die neue Regelung ist einfacher, aber sie ist auch unerbittlich.

Achtung bei abweichendem Wirtschaftsjahr: Dann zählt der Ablauf eures Wirtschaftsjahres, nicht der 31.12. Prüft das lieber einmal zu viel.

Um wie viel Geld geht es?

Die Forschungsprämie beträgt 14 % der Forschungsaufwendungen. Sie ist keine Steuerermäßigung, sondern eine Gutschrift am Abgabenkonto. Das heißt: Ihr bekommt sie auch dann, wenn ihr 2022 Verlust geschrieben habt.

In die Bemessungsgrundlage fließen unter anderem:

  • Personalkosten für F&E, anteilig nach tatsächlichem Forschungsanteil
  • Anteilige Gemeinkosten, Material und Investitionen, die der Forschung dienen
  • Auftragsforschung an begünstigte Einrichtungen, gedeckelt mit €1 Million pro Jahr
  • Der fiktive Unternehmerlohn, neu ab 2022

Der Punkt, der die Prämie von jeder anderen Förderung unterscheidet: keine Obergrenze

Bei eigenbetrieblicher Forschung gibt es keine Deckelung. Nicht pro Projekt, nicht pro Jahr, nicht pro Unternehmen. Die Prämie skaliert linear mit eurem F&E-Aufwand.

  • €500.000 F&E-Aufwand sind €70.000 Prämie
  • €10 Millionen F&E-Aufwand sind €1,4 Millionen Prämie
  • €100 Millionen F&E-Aufwand sind €14 Millionen Prämie

Gedeckelt ist nur die Auftragsforschung, dort liegt die Höchstbemessungsgrundlage bei €1 Million pro Jahr, also maximal €140.000 Prämie.

Genau deshalb ist die Forschungsprämie für große Unternehmen absolut das stärkste Instrument im ganzen österreichischen Förderportfolio. Bei einer FFG-Ausschreibung konkurriert ihr um ein begrenztes Budget und bekommt im besten Fall ein paar Millionen. Bei der Prämie gibt es keinen Wettbewerb, keine Jury und keine Ausschreibungsfrist. Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, habt ihr einen Rechtsanspruch, und die Höhe hängt allein an eurem eigenen F&E-Budget.

Zur Einordnung: 2023 haben in ganz Österreich rund 2.600 Unternehmen die Prämie beantragt, auf einer geltend gemachten F&E-Basis von €8,6 Milliarden. 2024 wurden Prämien über €1,4 Milliarden beantragt. Der Topf ist riesig, der Kreis der Antragsteller ist es nicht.

Der fiktive Unternehmerlohn: bis zu €10.836 zusätzliche Prämie pro Person

Seit dem Jahr 2022 könnt ihr eigene F&E-Arbeit ansetzen, für die ihr euch nie ein Gehalt ausgezahlt habt. Das betrifft Einzelunternehmer, Mitunternehmer und unentgeltlich tätige Gesellschafter-Geschäftsführer.

  • €45 pro nachgewiesener F&E-Stunde
  • Maximal 1.720 Stunden pro Wirtschaftsjahr und Person
  • Also bis zu €77.400 zusätzliche Bemessungsgrundlage pro Person und Jahr
  • 14 % davon sind bis zu €10.836 zusätzliche Prämie, pro Person, für 2022

Voraussetzung sind Zeitaufzeichnungen mit einer aussagekräftigen Beschreibung der Tätigkeit. Ohne die geht es nicht.

Wer sollte jetzt nochmal nachrechnen?

  • Entwicklungsleistungen wurden 2022 als reine Produktentwicklung verbucht, obwohl sie die FFG-Kriterien erfüllt hätten
  • Ihr habt 2022 entwickelt, aber nie eingereicht, weil kein Gewinn da war
  • Ihr habt 2022 gegründet und euch kein Gehalt gezahlt, siehe fiktiver Unternehmerlohn
  • Ihr habt 2022 Auftragsforschung an eine Uni oder ein Forschungsinstitut vergeben

Was ihr bis 31.12. braucht

  • Eine Projektbeschreibung je F&E-Projekt entlang der FFG-Kriterien: Neuheit, technische Unsicherheit, Systematik, Planmäßigkeit, Übertragbarkeit
  • Eine saubere Kostenaufstellung mit Zuordnung der Personalkosten zum jeweiligen Projekt
  • Zeitaufzeichnungen, insbesondere wenn ihr den fiktiven Unternehmerlohn ansetzt
  • Das FFG-Jahresgutachten, das ihr über den FFG eCall anfordert
  • Den Antrag über das Formular E 108c, elektronisch über FinanzOnline

Realistisch braucht ihr dafür ein paar Wochen. Wenn ihr das im Dezember startet, wird es eng.

Warum ist das relevant?

Der Grund, warum ausgerechnet 2022 jetzt dringend ist, hat nichts mit dem Jahr zu tun, sondern mit der Frist. Es ist das erste Jahr, für das die Vier-Jahres-Regel ausläuft, und gleichzeitig das erste Jahr mit fiktivem Unternehmerlohn. Wer 2022 entwickelt und sich nichts ausgezahlt hat, verliert am 31.12. genau den Teil, der neu dazugekommen ist.

Und für alle anderen gilt: Es ist die einzige Förderung, bei der die Deadline die einzige Hürde ist. Kein Wettbewerb, keine Obergrenze, keine Jury. Nur ein Datum.

Ihr seid nicht sicher, ob eure Entwicklung 2022 förderfähig war?

Schreibt uns an robert@startmatch.ai, wir schauen uns das in 15 Minuten gemeinsam an.

Bis Ende Oktober ist das gut machbar, danach wird es sportlich.


🗞️ StartMatch News: Unser Forschungsprämien-Manager ist live

Der StartMatch Forschungsprämien-Manager

Pro Wirtschaftsjahr gibt es nur ein Jahresgutachten. Was beim Erstantrag nicht drin ist, ist endgültig weg. Unser Forschungsprämien-Manager hilft genau dabei.

Wer die Prämie regelmäßig einreicht, kennt das Muster. Projekte laufen über mehrere Geschäftsjahre, Teilprojekte kommen dazu, die Unterlagen liegen in fünf Excel-Dateien und drei Mail-Threads unterschiedlicher Personen. Jedes Jahr fängt die Recherche von vorne an. Genau so passieren Fehler und Projekte werden übersehen.

Mit dem Forschungsprämien-Manager liegt alles an einem Ort:

  • Aus Projektbeschreibungen werden automatisch Schwerpunkte mit Teilprojekten erstellt
  • Ihr seht auf einen Blick, welche Projekte pro Geschäftsjahr erfasst sind und welches Jahr noch offen ist
  • Forschungsschwerpunkte laufen über mehrere Jahre, Teilprojekte hängen darunter. Nichts fällt beim Jahreswechsel raus
  • Dokumente und Quellen hängen am Schwerpunkt, nicht im Postfach. Auch dann noch, wenn in vier Jahren die Prüfung kommt

Der Manager ist für alle, die eine Forschungsprämie mit uns machen, online verfügbar. Wie gesagt schaffen wir den Antrag für 2022 noch, wenn ihr euch im Oktober meldet.


📡 FörderRadar: Neue und auslaufende Förderungen

Diese Förderungen können jetzt eingereicht werden

FFG Multilaterale Eureka Leichtbau Ausschreibung
Transnationale F&E im Leichtbau, in Österreich nur mit Mobilitätsbezug. Bis zu €750.000, Förderquote bis 80 % für Startups und kleine Unternehmen, Einreichung bis 12.10.2026, der internationale Eureka-Antrag muss bereits bis 08.10.2026 liegen.

FFG Go!Tech Praktika
Pauschalzuschuss für Praktikumsplätze für Maturanten in naturwissenschaftlich-technischen Themen. €3.800 für drei Monate, €7.100 für sechs Monate, laufende Einreichung bis 04.11.2026 um 12:00 Uhr.

FFG AI Ökosysteme
Kooperative F&E in den Schwerpunkten Hybrid AI und Green AI, eine Kooperation zwischen den Partnern ist zwingend erforderlich. Bis zu €1 Million, Einreichung bis 06.10.2026 um 12:00 Uhr.

FFG Energieforschung
F&E rund um Erzeugung, Speicherung, Wasserstoff, CCUS und flexible Energiesysteme, offen für Unternehmen aller Größen, Startups und Forschungseinrichtungen. Bis zu €2 Millionen, Einreichung bis 30.09.2026 um 12:00 Uhr.

FFG Mission Klimaneutrale Stadt
F&E- und Demonstrationsprojekte für klimaneutrale, resiliente Städte, Quartiere und Gebäude. Bis zu €2 Millionen bei Demonstrationsprojekten, Einreichung bis 01.10.2026 um 10:00 Uhr.

Diese Förderungen laufen bald aus

FFG Rail4Climate
Kooperative F&E zur Kapazitätssteigerung im Bahnsektor durch Digitalisierung und Automatisierung, mit Erprobung im Echtbetrieb. Für Eisenbahnunternehmen, Bahnindustrie und Forschungseinrichtungen im Konsortium. Bis zu €1 Million. Einreichfrist nur noch bis 16.09.2026.

FFG Mobilitätswende: Mobilitätstechnologie
Fahrzeugtechnologie, automatisierte Mobilität und digitale Lösungen entlang des Mobilitätsmasterplans 2030. Bis zu €4 Millionen für Leitprojekte. Einreichfrist nur noch bis 30.09.2026 um 12:00 Uhr.

FFG Energieforschung
F&E rund um Erzeugung, Speicherung, Wasserstoff, CCUS und flexible Energiesysteme. Bis zu €2 Millionen. Einreichfrist nur noch bis 30.09.2026 um 12:00 Uhr.


Viel Erfolg bei euren Projekten!

Beste Grüße,
Robert & euer StartMatch Team 👋

Du hast Fragen oder möchtest eine Förderung beantragen?Robert Kopka

Robert Kopka

StartMatch Gründer & CEO

Kostenloses Erstgespräch
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